Eine sehr liebe Interessentin suchte eine Zweitkatze und nach einem Telefonat meldete sie Interesse für Freitag an. Am 5. Mai 2005 wurde Freitag in sein neues Zuhause gebracht. Er fühlte sich auf Anhieb wohl, war daheim, lief munter herum, fraß gut, hatte keine Probleme mit der vorhandenen Katze und verbrachte eine erste gute Nacht. Am nächsten morgen ging bei unserer Elke das Telefon: Freitag hatte nach einem leckeren Frühstück und dankbarem Schnurren zugeschnappt (es war übrigens ein Freitag, dieser 6. Mai). Anscheinend etwas heftig, denn der Unterarm kam in eine Schiene und zudem hatte man nun Angst vor Freitag, so daß dieser umgehend wieder bei Elke im Katzenzimmer ankam.
Quietschvergnügt – quasi verschmitzt grinsend – kam er aus dem Transporter, verkostete erst einmal das herumstehende Futter, begrüßte all seine Katzenfreunde und – freundinnen und räkelte sich auf seinem Kratzbaumoberteil, das nun wieder ganz ihm alleine gehören sollte, denn dieser Platz war nur für ihn und darauf bestand er sowieso.
Wir durften die Schutzgebühr als Spende behalten und Frau A. trauerte Freitag wirklich nach und erkundigte sich noch mehrfach nach seinem Wohlergehen.
Bis hierhin war das alles noch nichts besonderes, denn daß Vermittlungskatzen hin und wieder auch einmal zurückkommen, ist noch normal und gehört zum üblichen Tierschutzgeschehen.
Am 13. Mai 2005 (es war übrigens ein Freitag ...) wurde Freitag wiederum vermittelt. Frau F. war auf der Suche nach einer Einzelkatze und verguckte sich im Katzenzimmer auf Anhieb in unseren Freitag.
Frau F. war eine gute Stelle für Katzen, hatte Erfahrung und kannte sich aus. Wir teilten natürlich mit, was Freitag nicht mochte, denn es wäre unfair gewesen darauf nicht hinzuweisen und Freitag sollte natürlich nun auch ein endgültiges Zuhause finden. Auch hier fand sich Freitag gut ins neue Zuhause ein, fraß auf Anhieb, lief herum, machte keinen gedrückten Eindruck.
Am nächsten Tag fielen der Ehemann und eine Bekannte des Hauses auf Freitag herein ... und am 15. Mai 2005 kam ein gutgelaunter Kater Freitag bei unserer Elke aus dem Transport heraus, fraß die herumstehenden Futternäpfe leer, begrüßte seine Katzenfreunde- und -freundinnen und legte sich gemütlich auf sein Kratzbaumpodest, was nun wieder ganz seins war.
Wir durften die Hälfte der Schutzgebühr als Spende behalten und Frau F. trauerte Freitag schon nach und erkundigte sich auch später noch nach seinem Wohlergehen.
Nach seiner erneuten Rückkehr wurden Stimmen laut, die der Meinung waren, daß die Sache mit „Kater Freitag„ nicht mehr so ganz normal abliefe, und wir begannen uns zu überlegen, warum dieser Kater seine Masche auf jeder Stelle konsequent durchzog. Bei Elke gab es diese Probleme nicht, anscheinend hatte Freitag hier eine Autorität gefunden, und nach all der Zeit war ihm die Lust vergangen an Elke sein Mütchen zu kühlen. Des Rätsels Lösung war für uns, jemanden zu finden, der die Nerven und die Unterarme besaß, die ersten 14 Tage durchzuhalten. Ich meine, selbst unsere Tierärzte haben Freitag überlebt, und welche Katze liebt schon Tierärzte?
Ich begann darüber nachzudenken, den Text auf unserer Internetseite zu ändern, aber was hätte ich schreiben sollen? “Verkapptes Krokodil sucht Opfer ...?„ Tja, da sich auf die Homepage sowieso in Richtung Freitag nichts rührte, ließ ich den Text stehen wie er war, man mußte es eben den Interessenten erläutern. Die richtigen Worte würden mir hoffentlich einfallen, wenn es soweit war.
Hierzu bekam ich dann persönlich am 25. Mai 2005 Gelegenheit, denn bei Elke war konkret über eine andere Vermittlung eine Nachfrage nach Freitag eingegangen. Die beiden jungen Männer hatten bereits einen FIV-Kater und suchten für diesen Gesellschaft. Verträglich wie Freitag nun mal ist, sahen wir überhaupt kein Problem. Auch machte Stephan T. uns klar, daß eine Eingewöhnung logisch sei und Elke und ich waren der Meinung, diesmal klappt die Vermittlung, denn dieser Interessent zeigte Einsicht in die Macke von Freitag, war robust, hatte sehnigen und kräftige Unterarme und schien Nerven zu besitzen. Am späten Mittag fuhr er mit Freitag nach Hause. Um 21:30 Uhr ging bei mir das Telefon ! Nein, nicht Freitag hatte zugeschlagen, er war total unschuldig und konnte für nix. Der vorhandene Kater fand Freitag ätzend und das Kennenlernen führte dazu, daß er angriff und beide Kater ein großes keifendes, kaum zu trennendes Knäuel wurden, so daß hinterher 2 Herrchen und 2 Kater ihre Wunden lecken mußten.
Um 22:30 Uhr stieg bei Elke ein inzwischen wieder quietschvergnügter Freitag aus dem Transportkorb, der sich nicht um die Tränen kümmerte, die um ihn gerade vergossen wurden. Er machte sich über die Futternäpfe her, begrüßte seine Katzenfreunde- und Freundinnen schnurrend und begab sich auf sein Kratzbaumpodest, was nun wieder ganz ihm alleine sein sollte.
Wir durften die Hälfte der Schutzgebühr behalten und Stephan T. erkundigte sich noch einige Male nach Freitag und er trauerte ihm wahnsinnig hinterher.
Freitag wurde zwischenzeitlich als „Mitarbeiter des Monats Mai„ gehandelt und böse Stimmen gaben den Rat, unsere Elke evtl. die ersten 14 Tage mitzuvermitteln, falls es noch jemals wieder zu einer Vermittlung von Freitag kommen sollte, denn wir überlegten krampfhaft, was man einem netten Interessenten und geeigneten Katzenhalter noch an Ratschlägen mitgeben sollte. Ehrlich gesagt, außer – bitte nicht an Kinn und Bauch kraulen und bitte bitte auch mal ein-/zwei Wochen durchhalten – fiel uns auch nicht viel ein.
Aber trotzdem – Freitag war ein Traum von einem Kater !
Die Babykätzchenzeit war in vollem Gange und die ersten entwurmten und entflohten Babys durften ins Katzenzimmer umziehen. Freitag hatte ca. 15 wuselnde Quietschebälle zu seiner freien Verfügung und er genoß das Leben bei Elke in vollen Zügen. Er liebte die Kätzchen, die Kater und die Katzen und alle liebten ihn ... gut, solange sie nicht versuchten auf sein Kratzbaumpodest zu steigen, aber das versuchte jeder nur einmal. Ein Brummen von Freitag und die Sache mit dem Podest war klar.
Über ein Mitglied kam schneller als wir glaubten eine neue Interessentin für Freitag. Sie lernte ihn kennen und es war um sie geschehen.
Einige böse Zungen schlugen vor, Freitag zwischenzeitlich ruhig noch einmal zu vermitteln, aber wir sind ein seriöser Verein und das waren sicherlich nur dumme, nicht ernst gemeinte Scherze !
Freitags Frauchen „in spe„ kam ihn zweimal besuchen und verbrachte einige Stunden mit ihm im Katzenzimmer. Sie durfte auch Freitags Macke kennen lernen, die wirklich gemein ist, denn er kündigt sein Verhalten nicht wirklich an. Er zuckt weder mit dem Schwanz, noch legt er die Ohren an, auch die Barthaare bleiben vorn wenn er zuschnappt. Einzig und allein zu erkennen ist durch den aufmerksamen Beobachter das Schlitzigwerden seiner Augen und das leichte Grinsen unter seiner dicken Radiergumminase bevor er sich entscheidet, die Bissfestigkeit seines Opfers zu testen.
Am 4. Juli 2005 zog Freitag ins neue Zuhause.
Ich weiß nicht, ob Freitag zurückgegeben wird. Was ich aber weiß ist, daß er danach nicht mehr „fremd„ vermittelt wird. Dann wird er ein Zuhause bei jemandem aus dem Verein finden.
Ich weiß auch schon bei wem.
Ach so – falls ich es noch nicht erwähnt habe – Freitag ist ein Traumkater !
Nachtrag:
Freitag lebt (Stand Juni 2006) immer noch im ehemals neuen Zuhause und wir sind inzwischen sicher, dass er hier auch bleiben wird. – Gut Ding will eben oft Weile haben -
