Sie war einfach still und friedlich weggeschlafen, hatte die Augen geschlossen und die kleinen Pfoten unter sich gelegt, ihr Fell war noch warm von der Wärme der Mutter. Das war der schrecklichste Augenblick für mich, den ich in diesem Jahr erlebt hatte und jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, möchte ich immer noch schreien vor Trauer.
Mausis Sohn jedoch wuchs und wuchs, er war das schwerste Katzenbaby, das wir je hatten und Mausi und Birgit machten ihn zum absolut verwöhnten Einzelkind. Birgits Schlafzimmer hatte sich zusehends in eine Krabbelstube verwandelt, nicht nur wegen unserem kleinen „Rambo„, sondern auch wegen der Flohkolonien, die sich sichtlich heimisch fühlten, da wir die säugende Mutter nicht entflohen konnten, um den Kleinen nicht zu gefährden. Birgit nahm dies alles gelassen hin, schlief im Wohnzimmer auf der Couch, um die beiden nicht zu stören, jagte die Flöhe per Flohkamm und zeigte auch bezüglich ihrer beiden eigenen Katzen keine Panikreaktion. Rambo erhielt mit 3 und 6 Wochen seine Entwurmung und als er langsam aufhörte an Mausi zu trinken entflohten wir alles, was sich in der Wohnung aufhielt.
Rambo entwickelte sich wirklich prächtig und machte seinem Namen alle Ehre. Vor ihm war nichts mehr sicher. Ende November ließen wir unsere Mausi kastrieren und Birgit machte sich mit dem Gedanken vertraut, daß es für sie bald „Abschied nehmen„ heißt.
Eine Nachbarin sprach mich kurze Zeit später an, sie suche ein Katzenpaar. Es sollten keine Babies sein, ihre letzte Katze war im hohen Alter verstorben, die beiden Kinder mit Katzen großgeworden und ............. wir schickten sie zu Mausi und Rambo.
Am 3. Dezember 2000 wechselten die beiden ihr Zuhause und wir sind mit dem neuen Heim ausgesprochen zufrieden. Rambo hatte keinerlei Eingewöhnungsschwierigkeiten, nur Mausi zeigte sich etwas zurückhaltender und scheuer. Der kleine Kater war ja inzwischen fast 3 Monate alt und hatte von Menschen nie Böses erfahren, so daß er die Aufmerksamkeit um ihn herum genoß. Die beiden schlafen am liebsten bei der jüngsten Tochter im Bett und wir sind sicher, sie haben ein endgültiges Zuhause gefunden.
Anmerkung:
Diese Situation beim Einfangen unserer Mausi will niemand von uns noch einmal erleben. Die Entscheidung, eine zahme Katze sofort wieder freizulassen, damit sie sich um ihre eventuell bereits geborene Katzenbabies kümmern kann, oder sie drin zu behalten, um sie in Ruhe den Geburtsvorgang fortsetzen lassen zu können, ist sehr schwer. Beides kann für falsch und auch für richtig erklärt werden. Vielleicht hätte manch einer anders entschieden, jedoch bezweifle ich, daß unsere Entscheidung grundsätzlich falsch war. Uns blieb nicht viel Bedenkzeit zur Entscheidungsfindung, zumal wir damit rechnen mußten, daß bei Mausi die Wehen bald wieder einsetzen könnten. Wir haben diese Entscheidung mit allen Beteiligten gemeinsam getroffen. Weder Elisabet noch Birgit Bahne noch ich haben es uns leicht gemacht. Ich weiß nicht, wie ich in der gleichen Lage noch einmal reagieren würde. Im Zweifel denke ich, würde mir die Mutterkatze vorgehen, und insofern stehe ich zu unserer getroffenen Entscheidung mit allen Konsequenzen.