Sie sind hier:

Picasso und Rasputin

Blacky

Vergessene Katzen

Mausi & Rambo

Mimi

Lucky

Freitag

Kimba

Mucki

Fiene & Campari

Allgemein:

Startseite

Aktuell

Beitrittsformular

Gästebuch

altes Gästebuch

Kontakt

Impressum

Sitemap

Abgabe aus Zeitmangel
- Die Geschichte von Picasso und Rasputin -
von Gabriela Kelterbaum


Wöchentlich inserieren wir unsere Katzen, die aus dem ein oder anderen
Grund ein neues Zuhause suchen. Über eines dieser Inserate bekamen wir einen Anruf aus Köln-Ehrenfeld, nicht aus Interesse an einer Katze, sondern mit dem Wunsch, 2 Perserkater abzugeben.
Die beiden wurden als reinrassige Katzen mit Stammbaum angepriesen, die man ja „eigentlich„ noch verkaufen könne, was man aber nicht wolle. Man habe durch einen Krankenhausaufenthalt „etwas wenig Zeit„ für die Tiere gehabt, wodurch die Fellpflege „ein wenig„ vernachlässigt wurde. In gute Hände sollen die beiden kommen und zusammenbleiben, was für uns bei einem Katzenpaar, das zusammen lebt, selbstverständlich ist. Kratzbaum und Toiletten wurden uns auch großzügig zugesagt.
Nach zwei weiteren Telefonaten stand der Termin zur Übernahme der beiden fest. Zu uns bringen wollte man die Kater nicht und kommen sollten wir, wenn die Kinder nicht im Hause sind, weil „die halt so an den Tieren hängen„. Sonntags am frühen Abend fuhr ich also nach meiner „Fütterungstour„ begleitet von Hannelore Wiesinger in die Wohnung des Ehepaares E. auf der Äußeren Kanalstraße.
Bereits beim Betreten der Räumlichkeiten hatte ich eine starke Ahnung, was mich weiter erwarten würde. Nicht, daß ich besonders penibel bin, aber Dreck kann ich halt doch erkennen. Und es war einfach alles irgendwie verwahrlost und schmutzig. Von wegen keine Kinder da, es war der reinste Volksauflauf. Das Ehepaar Esser, die beiden Kinder, ein befreundetes Ehepaar, das die Kater auch schon mal hatte, dann aber wegen einer „Katzenstreuallergie„ wieder an Essers zurückgegeben hatte.

Picasso, der schwarze Perser, saß auf einem kleinen Kratzbaum, der irgendwo lieblos in der Ecke verstaut war. Ihn nahm ich zuerst und setze ihn in den Transportkorb, wobei mir auffiel: „der Kater war patschnaß, man hatte an ihm herumgeschnibbelt und er war an Schwanz, Bauch und Beinen voller Knoten„. Auf mein Befragen wurde mir mitgeteilt, er wäre in die Wanne gefallen. Ich hatte eher den Eindruck, er hatte sich vollgemacht und man hat ihn kurzerhand abgeduscht und war zu faul oder zu unwissend, um ihn hinterher trockenzufönen.
Rasputin, der rote Perser, größer als sein Halbbruder und auch extremer auf Perser gezüchtet, saß auf der Küchenbank und ließ sich ebenfalls ohne große Probleme nehmen. Ich nahm ihn auf dem Arm und setze ihn in den Transportkorb wobei mir augenblicklich durch den Kopf schoß „mein Gott, wo ist denn der Kater unter all dieser Fellpappe?„
Inzwischen schaute auch Hannelore, die so etwas ja noch nie gesehen hatte etwas irritiert. Frau Esser teilte dann mit, Rasputin wäre schon etwas sehr verknotet und sie wolle sich an den Kosten für das Scheren beteiligen. Ich setzte den Abgabevertrag für die beiden auf und man übergab mir die Impfpässe (abgelaufen natürlich) und die beiden Stammbäume. Sogar die Kaufquittung gab man mir mit.
Frau Esser erklärte sich bereit 50,00 DM Zuschuß für das Scheren von Rasputin an den Verein zu zahlen. Aber heute nicht, da man gerade keine 50,00 DM zur Hand habe. Man werde es überweisen, so hörte ich wohl, doch allein mir fehlte der Glaube. Zugegeben, ich hatte auch nichts anderes erwartet.
Von den beiden Katzenklos gab man mir den alten vergammelten mit, den neuen behielten die Essers da. Bereitwillig wurde mir ebenfalls der Rest an Katzenfutter übergeben. Es handelte sich um einen 3 kg-Sack Brekkies, der noch 2 Fingerbreit gefüllt war. Na toll, dachte ich, jetzt kannste auch noch das Altpapier hier entsorgen.

Hannelore und ich verstauten also die beiden Kater samt Katzenklo und Kratzbaum (dieser war, wie sich dann herausstellte, von einer Kolonie Flöhe bevölkert, wie übrigens die Kater auch) im Auto und machten uns auf zu unserer Katzenpflegestelle Elke Bovi.
Dort angekommen versorgte Elke erst einmal die beiden mit Futter und begutachtete den Zustand. Total verfilzt, voller Flöhe und auch nicht gerade gut im Futter war die erste Feststellung. Augen und Nase des roten Persers waren verschmutzt.
Es hatten sich regelrechte Filzplatten auf seinem Körper gebildet. Wir hielten es für das Beste wenn Rasputin vom Tierarzt geschoren wird, weil wir damit rechneten, daß dies ohne Narkose nicht machbar sei. Picasso, der schwarze, sei nicht ganz so schlimm dran, den könne sie selbst scheren sagte uns Elke Bovi.
Die beiden stellten sich als total unkomplizierte und ausgesprochen verschmuste liebe Kater heraus, die weder verstört noch verängstigt auf die neue Umgebung reagierten und auch direkt Futter aufnahmen. Wir fertigten einige Fotos und ließen sie dann erst einmal in Ruhe, um sich weiter vertraut zu machen.
weiter zur Seite 2