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Zum Andenken an die toten Katzen von Chorweiler
von Elisabeth Bundt

Folgende Geschichte erschien im Tätigkeitsbericht 1997 des Vereins, dem ich früher angehörte. Wir finden, daß dieser Bericht treffend wie kein anderer sowohl die Situation der freilebenden Katzen als auch unsere Einstellung diesen Tieren gegenüber beschreibt. Aus dieser Einstellung heraus schöpfen wir wohl die Kraft und lassen uns nicht müde werden, diese Tiere ihr ganzes bestehendes Leben lang zu betreuen, auch wenn wir damit eine langjährige Verpflichtung eingehen, die wir sehr oft auch als Belastung empfinden. Allzu verständlich, meine ich, wir sind alle berufstätig, abends rechtschaffen müde, haben dann noch unseren Haushalt zu erledigen und unsere eigenen Tiere zu versorgen, die während des Tages auf Anrufbeantworter eingegangenen Telefonate zu beantworten und oft noch weitere Tierschutztermine, sei es draußen oder von zuhause aus, wahrzunehmen. Trotz alledem würde keiner von uns, der seit Jahren eine Futterstelle betreut, zulassen, daß die Tiere umsonst auf uns warten. Ich erinnere mich, daß sich vor einiger Zeit durch ein Mißverständnis bei der Terminabsprache tags darauf herausstellte, daß die Futterstelle, von der gleich berichtet wird, am Tag vorher nicht versorgt worden war. Ich habe mir noch Tage später ausgemalt, wie die Tiere hungrig auf uns gewartet haben, und es wurde später und später, und niemand kam, was mag wohl in den Katzen vorgegangen sein, die seit nunmehr vier Jahren täglich ihr Futter von uns erhalten? Diese Vorstellung hat mich ziemlich lange verfolgt.
Den wenigstens von uns ist es möglich, täglich draußen eine Futterstelle zu versorgen, alleine und ohne Hilfe, zumal kaum eine Futterstelle direkt vor der eigenen Haustüre liegt. Er mag zwar die Verantwortung für diese Stelle tragen, aber ohne Hilfe und ohne jemanden, der einspringt und ihn einmal vertritt, ist es kaum möglich. Das soll an dieser Stelle ganz bewußt erwähnt sein, insbesondere für Tierfreunde, die diese Zeilen lesen und gerne helfen würden. Bitte lassen Sie sich nicht durch die oben erwähnte Verantwortung abschrecken, wir freuen uns auch dann über Ihre Hilfe, wenn Sie bei Bedarf einmal einspringen wollen, oder nur einen bestimmten Tag in der Woche übernehmen können. Auch das entlastet uns bereits ganz wesentlich.

Die „vergessenen Katzen von Köln„ - so wurden vor einigen Jahren einmal in einem Zeitungsartikel die freilebenden , ausgesetzten, scheuen, verwilderten, streunenden Großstadtkatzen genannt, die versteckt in Schrebergärten, Fabrikgeländen, Friedhöfen oder Schrottplätzen ihr schweres, elendes Leben fristen und für die manche plädieren, sie nicht zu füttern, sondern sie zu ignorieren, sie sich selbst zu überlassen, damit nur die stärksten Tiere überleben.
Diese Aussage scheint vielleicht verständlich für diejenigen, die sich bisher nicht mit der Thematik befaßten, oder für diejenigen, die die Verantwortung für die ärmsten der armen Tiere scheuen. Für diejenigen jedoch, die sich der Verantwortung stellen, nehmen die scheuen, verwilderten, namenlosen Tiere Gestalt an. Sie lernen sie kennen, weil sie sie täglich sehen, indem sie Futterstellen und Schlafplätze einrichten und sie zwecks Kastration einfangen. Sie lernen sie zu unterscheiden, plötzlich sind sie nicht mehr namenlos.
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