Luna, Chaplin & Penny
Nadine und Robert – Pflegestelle und mehr...
Und Sie erzählen hier selbst, wie Sie dazu kamen
Eigentlich suchten Robert und ich keine dritte Katze mehr, was ja die beste Voraussetzung dafür ist, eine zu finden. Auf der HP der „Straßenkatzen Köln“ fand ich im Februar 2004 „Luna“, die es mir sofort angetan hatte. Schnell war ein Termin mit Elke Bovi vereinbart, natürlich nur zum gucken.... Luna war nur mit Chaplin zu vermitteln, was uns damals „eine Katze zuviel“ war.
Während ich mich noch eifrig im Katzenhaus nach Alternativen umsah, war die Sache schon entschieden, Robert wurde nach allen Regeln der Kunst von Penny beschmust, die ich noch gar nicht richtig wahrgenommen hatte.
Penny war genau das, was wir nicht wollten, nämlich alt, ganze 12 Jahre, passte also überhaupt nicht zu unseren beiden 1-jährigen Rüpeln. Aber Penny war eine Schönheit und eine richtige Dame, das beeindruckte mich auch und nachdem uns Elke Bovi ein wenig „zugeredet“ hatte saß Penny noch am gleichen Abend bei uns zuhause.....
Sie lebte sich super ein und auch ihre gelegentliche Unsauberkeit war kein Problem, wir wussten ja durch Elke Bovi darüber Bescheid. Penny war eine ganz besondere Persönlichkeit und bald schon wollten wir sie nicht mehr missen, sie hatte die Küchenanrichte mit Beschlag belegt und schmuste, wann immer sie einen Menschen zu fassen bekam. Mit anderen Katzen hatte sie es nicht so, aber sie haben sich arrangiert.
Ich war inzwischen zu dem Entschluss gekommen, dass man den „Straßenkatzen“ helfen muss und helfe nun regelmäßig nicht nur an einer Futterstelle bei uns um die Ecke mit, sondern inzwischen sind wir auch beide Mitglied im Verein, Katzentransporte, Fangaktionen, Tierarztfahrten und alles was es so an Arbeiten in einem Verein gibt stehen ebenfalls regelmäßig auf dem Programm.
Bei der ersten Versammlung, an der ich teilnahm, redete ich mit Elke Bovi noch einmal über Luna und Chaplin und wie leid mir die zwei doch täten. Elke meinte, es wäre wichtig, dass sie mal in einer Wohnung mit dem Alltag konfrontiert würden, beide saßen ja nun seit über einem Jahr im Katzenhaus. Nach einer kurzen Diskussion mit Robert beschlossen wir, die zwei „pflegestellentechnisch“ zu uns zu nehmen.
Als die beiden einzogen, waren sie sehr verstört, sie versteckten sich in Höhlen und Klos und wurden quasi nicht gesehen. Nur nachts trauten sie sich gemeinsam die Wohnung zu erkundigen. Robert und ich lagen nun also fleißig im Dunkeln auf dem Bett, um die zwei mal zu beobachten.
Am zweiten Tag ihrer Anwesenheit war der Schreck groß, Luna war uns durch ein Loch im vermeintlich sicheren Katzennetz entwischt. Zwei Tage mit Suchen folgten, ich kannte inzwischen jeden Winkel, Garten und Keller in meiner näheren Umgebung.
Luna war nicht zu sehen und wir installierten im Garten einen Futterplatz und schlugen die Katzenfalle auf. Obwohl wir sie nicht hörten und nie sahen, so hofften wir, dass sie im Garten geblieben war und wir Chancen hatten, sie wieder zu bekommen. Unten stand nun die gespannte Falle, wir saßen direkt darüber auf unserem Balkon und nachdem wir zunächst einen Fehlalarm durch eine Elster erlitten war nach einigen Stunden tatsächlich Luna in der Falle. Das war gerade mal so gut gegangen und unser Balkon wurde komplett neu vergittert, und zwar so, dass wir inzwischen auch andere Raubtiere im Zaun halten können.
Nun ging es darum, die beiden „zahm“ zu bekommen. Ich setzte mich stunden- und tagelang vor die zwei in ihren jeweiligen Verstecken hin und las ihn vor, damit sie sich an meine Stimme gewöhnen. Bei Chaplin brach das Eis recht schnell, nach zwei Wochen kam er abends auf mich zu, schmiss sich vor mich hin und ist seitdem der Schmuser vor dem Herrn.
Egal wo er ist, wenn man ihn zum kuscheln auffordert, ist er sofort dabei. Robert und Chaplin haben bedeutend länger gebraucht, um sich aneinander zu gewöhnen, Chapi kannte wohl keine Männer. Inzwischen lieben sich die beiden auch sehr.
Bei Luna fehlt bis heute der letzte „Funke“ zum schmusen, mal lässt sie sich anfassen, mal nicht. Aber sie muss immer dabei sein, egal wo ich hingehe, sie begleitet mich den ganzen Tag. Auch haben sich Luna und Chaplin nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in unsere Meute integriert, Luna versteht sich sehr gut mit unserem Kater Legolas und Chaplin mit unserer Pepsi. Penny überwachte das ganze von „ihrer“ Anrichte aus war froh, wenn sie ein warmes Plätzchen zum schmusen und schlafen hatte.
Für mich stellte sich immer mehr die Frage: „kann ich die 2 überhaupt noch abgeben?“
Meine Antwort lautete immer deutlicher „Nein“. Und doch wartete ich geduldig auf das offizielle „ok“ von Robert, es sollte ja eine gemeinsame Entscheidung werden. Chaplin hat das wohl gemerkt und sich regelrecht an Robert rangeschmissen, immer, wenn er ihn zu fassen kriegt, streckt er ihm den Bauch entgegen und möchte schmusen, schmusen, schmusen. Dem konnte auch Robert nicht widerstehen, so dass die beiden für immer bleiben durften.
Im Laufe der kommenden Monate und Jahre haben wir unsere Aktivitäten und auch unsere Pflegestellentätigkeit ausgebaut. Regelmäßig ziehen bei uns Katzen jedweder Mentalität ein und auch wieder aus.
Manche werden schnell vermittelt, manche bleiben länger. Schwierige und scheuere Katzen haben es einfach schwerer mit der Vermittlung. Uns macht diese Tätigkeit Freude und wir sehen einen Sinn darin, Recht geben uns die Katzen, die uns irgendwann in ein endgültiges Zuhause verlassen.
Als uns Penny im Juli 2006 verließ um ihren Weg über die Regenbogenbrücke anzutreten lebte bereits seit 2 Monaten Jerry, ein alter, zahnloser und herzkranker Perserkater bei uns, den wir gezielt aufgenommen haben und der zeitlebens auch bei uns bleiben wird.
Nadine Victor
Köln, Dezember 2006
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