wie z.B. ...
...Eva und Ed
Ganz besonders sind wir auf Mitglieder und Helfer angewiesen, die bereit sind, Tag für Tag für Tag die wichtigste Routinetätigkeit im Tierschutz zu übernehmen, die es gibt: das tägliche Füttern unserer „Wildlinge„ an den Futterstellen.
Es ist nicht immer einfach jemanden zu finden, der eine solche Aufgabe nicht nur hin und wieder, sondern Wochen, Monate und Jahre ausübt, und zwar dieses 7 Tage in der Woche.
Wir lernten Eva und Ed zufällig kennen, als sie sich für eine an Ihrer Wohnung gelegenen Futterstelle interessierten. Diese Futterstelle wurde bereits durch eine Anwohnerin betreut und Eva ging des öfteren mit ihr zusammen dort füttern. Als wir uns wieder einmal trafen, boten Eva und Ed an, eine Notfallkatze zur Pflege zu nehmen, was wir uns natürlich nicht zweimal sagen ließen.
So kam es, daß kurze Zeit später die Katze Pischi bei ihnen Einzug hielt. Nun war es so, daß Pischi bereits 14 Jahre alt ist und aus dem Haushalt eines jungen Mannes stammte, der sie „weshalb auch immer„ bei einer uns bekannten Tierärztin ablud und sie nur „vom Tisch„ ernährt hatte. Weiterhin ist Pischi kein einfaches Katzenmädel, sondern ausgesprochen menschenscheu und unnahbar, dies geht bei ihr soweit, daß sie auch mal zuschlägt. Pischi zog nun also ein, übernahm den Schlafzimmerschrank als Revier und wurde fortan auch nur noch vor demselben gefüttert. Gefüttert? Von Dosenfutter konnte keine Rede sein. Das frißt sie bis heute nicht. Eva und Ed kochten, brieten und garten in Töpfen, Pfannen und der Mikrowelle von Stund an morgens und abends Fleisch, Huhn und Fisch. Für uns war klar: diese Katze ist unvermittelbar. Sie läßt sich kaum anfassen, faucht und kratzt und beißt, wenn sie übellaunig ist (und das ist sie meistens), frißt nichts aus der Dose und kommt meistens nur nachts aus dem Schrank, um es sich dann im Bett bequem zu machen und sich dort ihre Streicheleinheiten abzuholen. Glücklicherweise ist sie nicht direkt über die Kaninchen und Wellensittiche der beiden hergefallen, sondern zeigte hier ein wenig Respekt. Wenn, dann fiel sie über Eva her.
Wir hatten zwar still gehofft aber es kaum zu glauben gewagt: Pischi blieb bei Eva und Ed und wird bei ihnen heute noch täglich bekocht und der Kleiderschrank, na ja ...... der gehört Pischi.
Auf der Gründungsversammlung unseres Vereines fehlten Eva und Ed ebenfalls nicht und stellten direkt klar: Wir werden aktiv.Beide übernehmen vielfältige Aufgaben, angefangen vom Einfangen der Katzen für die Kastration bis zu Futterauslieferungen, Tierarztfahrten, Einkäufe erledigen, Katzenbabys mit der Flasche aufziehen oder mal ein Pflegetier versorgen.
Als wir Ende 1999 an unserer größten Futterstelle in Köln vor der Aufgabe standen, jemanden neues zu finden, der dort die tägliche Katzenfütterung übernimmt, da die Angestellten auf dem Gelände dies nicht mehr machen konnten, sprang Ed zunächst „provisorisch„ ein und fuhr täglich von Ehrenfeld nach Bickendorf, um die Näpfe zu füllen. An dieser Stelle leben ca. 15 Katzen, und es werden jeden Abend 6 große Dosen Futter, ein Napf Trockenfutter, Wasser, und hin und wieder mal etwas Milch dort gefüttert. Die Näpfe müssen gespült werden, das Futter muß gekauft und transportiert werden. Für Eva und Ed war all dies kein Thema.
Die beiden unterhalten diese Futterstelle noch heute, meist 6-7 Tage in der Woche, immer zur gleichen Zeit. Welch ein großartige Leistung das ist, haben wir ihnen eigentlich noch nie so richtig gesagt. Wahrscheinlich bedeutet es ihnen auch viel mehr, daß sie jeden Abend bereits von „ihren Katzen„ erwartet werden und diese nie hungrig die Nacht verbringen müssen.
So soll an dieser Stelle erwähnt werden, welch große Bereicherung sie für die Tiere und unseren Verein darstellen, und wie froh wir sind, sie zu unseren Mitgliedern zählen zu dürfen.